Der Atem als Anker – Wie du dein Nervensystem in 60 Sekunden beruhigst

Wenn der Alltag an der Küste stürmisch wird und die Gedanken sich wie die Wellen bei Flut überschlagen, greifen wir oft nach äußeren Hilfsmitteln, um zur Ruhe zu kommen. Dabei tragen wir das kraftvollste Werkzeug für sofortige Gelassenheit und innere Balance permanent bei uns: unseren Atem.

In der Yoga-Tradition ist Pranayama – die Regulierung der Lebensenergie weit mehr als Atemübungen. Prana ist das, was lebendig macht. Der Unterschied zwischen einem Foto und einer realen Person, zwischen einer Kunstblume und einerechten Pflanze. Wir nehmen Prana über die Nahrung, Sonnenlicht und besonders über den Atem auf.

Der Atem ist die direkte Verbindung zu deinem Nervensystem. Und da atmen immer nur in der Gegenwart passieren kann, ist unser Atem gleichzeitig unser Anker im “Hier und Jetzt.”

Du weißt, dass sich dein Atem je nach Befindlichkeit verändert - wenn du aufgeregt bist oder Angst hast, wird er schneller und flacher, bist du erleichtert, atmest du seufzend aus. Und genau das funktioniert auch in die andere Richtung - wenn du deinen Atemrhythmus veränderst, nimmst du Einfluss auf dein Nervensystem.

Während eine schnelle, flache Brustatmung unserem Körper signalisiert: „Achtung, Stress!“, signalisiert ein tiefer, bewusster Atemzug in den Bauch hinein sofortige Sicherheit.

Eine winzige Praxis für diesen Moment

Du musst dafür nicht die Matte ausrollen. Du kannst diesen Impuls jetzt gerade in diesem Moment nutzen, während du diese Zeilen liest.

  1. Richte sanft auf: Erlaube deiner Wirbelsäule, lang zu werden, und lass deine Schultern ganz weich nach hinten und unten sinken.

  2. Atme tief ein: Lass den Atem tief in deinen Bauch strömen, sodass sich deine Bauchdecke sanft nach vorne wölbt.

  3. Verlängere die Ausatmung: Atme nun langsam, gleichmäßig und vor allem länger aus, als du eingeatmet hast. Wenn du magst, zähle innerlich: Auf 4 Schläge einatmen, auf 6 Schläge ausatmen.

Wiederhole das für drei tiefe Atemzüge.

Mit jeder verlängerten Ausatmung aktivierst du den parasympathischen Teil deines Nervensystems, der für Regenration (und Verdauung) zuständig ist. Der Herzschlag verlangsamt sich, die Muskelspannung sinkt und der Geist klärt sich. Es ist wie eine kleine Brise frischer Seeluft, die den Nebel im Kopf vertreibt.

Nimm diesen kleinen Atem-Anker mit in deinen Tag. Er ist immer da. Du musst dich nur an ihn erinnern.

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Du bist nicht der Sturm. Du bist der Leuchtturm.

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